DSV verklagt Weltverband
Vor Gericht soll WM-Teilnahme des geschaßten Teamchefs Winfried Leopold erzwungen werden Der Machtkampf zwischen dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und dem Weltverband FINA eskaliert zum juristischen Grabenkrieg: Der DSV will die WM-Teilnahme von Teamchef Leopold jetzt gerichtlich erzwingen. Vor dem Supreme Court in Perth, dem höchsten Gericht des Bundesstaates West-Australien, soll die sofortige Neu-Akkreditierung des von der FINA geschaßten Leipzigers durchgedrückt werden. DSV-Anwalt Feinauer beantragte bereits eine Einstweilige Verfügung gegen die FINA und deren Generalsekretär Gunnar Werner (Schweden). Feinauer begründet die Klage mit einem Formfehler: "Nach dem Reglement kann nur das FINA-Doping-Panel Sanktionen verhängen." Tatsächlich aber hatte das FINA-Bureau Leopolds Rauswurf beschlossen und verkündet. DSV-Boß Rüdiger Tretow: "Wir würden eine Verhandlung über Leopold vor dem Panel sogar begrüßen, weil dies zur Aufklärung der Doping-Vergangenheit in der früheren DDR beitragen wird." Leopold wurde mit der Begründung ausgeschlossen, daß er seine Verstrickungen ins frühere DDR-Doping-System selbst vor der FINA hätte anzeigen müssen. Ein Zurück im Schlagabtausch der Funktionärs-Fürsten ist wohl ausgeschlossen. Tretow barsch: "Nachdem im Zuge des Verfahrens klar wurde, wie unfair es von FINA-Seite war, sah ich mich zum Handeln gezwungen." Heute entscheidet der Supreme Court.